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Indice

 

Umweltfolgen

 

Ökonomische Folgen

 

Ethische und soziale Folgen

 

 

 

 

 

Lebensmittelverschwendung verursacht Konsequenzen auf mehreren Ebenen: Umweltfolgen, ökonomische Folgen sowie ethische und soziale Folgen.

 

 

 

 

Umweltfolgen

  • Verbrauch von Düngemitteln und anderen Chemikalien: Die Menge an Lebensmitteln, die verschwendet werden, muss erst einmal produziert werden. Dafür werden Düngemittel, Pestizide und andere Chemikalien, häufig auf Basis von Erdöl, verbraucht. Dies hat Wüstenbildung, die Verschmutzung von Flüssen, Seen, Meeren und Grundwasser sowie Rückstände von Chemikalien in den Lebensmitteln zur Folge.

 

  • Ausstoß von CO2 und Methan in die Atmosphäre: Die Produktion von Lebensmitteln erzeugt Treibhausgase, welche die Ursache für die globale Erwärmung sind. Treibhausgase werden sowohl durch die Produktion als auch durch die Verteilung (Transporte) von Lebensmitteln und nicht zuletzt durch die Entsorgung der Lebensmittelabfälle verursacht.

 

In Italien erzeugt der Landwirtschaftssektor rund 33 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente im Jahr . Damit liegt die Landwirtschaft nahezu gleichauf mit der Industrie und ist, nach der Energieerzeugung und der Industrie, einer der wichtigsten Verursacher von Treibhausgasemissionen.

Quelle: Istituto Superiore per la Protezione e la Ricerca Ambientale (ISPRA)

 

  • Verkleinerung der Fischbestände: Viele Fischbestände sind bereits überfischt. Zerstörerische Fangtechniken sowie Beifang und Rückwurf verstärken dieses Problem. Laut Schätzungen der FAO sind 28% der weltweiten Fischbestände überfischt. Einige Fischarten wie der Rote Thun, der Atlantik-Wildlachs, der Schwertfisch, mehrere Haiarten und der Rochen sind sogar vom Aussterben bedroht.

     

    • Erhöhung der Abfallmengen: Lebensmittelverschwendung führt zu einer Erhöhung der Gesamtmenge an Abfällen. Die Entsorgung von Abfällen belastet die Umwelt, Mülldeponien beispielsweise können das Grundwasser verseuchen. Organische Abfälle sollten jedenfalls kompostiert werden.

     

    • Steigender Bedarf an Nahrungsmitteln: Die Weltbevölkerung wächst und wird bis zum Jahr 2050 auf fast neun Milliarden Menschen ansteigen. Werden weiterhin so viele Lebensmittel verschwendet wie jetzt, müsste die Produktion um ein Vielfaches gesteigert werden, um den steigenden Bedarf an Nahrungsmitteln abzudecken. Nur wenn in Zukunft die Lebensmittelverschwendung eingedämmt wird, wird es möglich sein, die globale Ernährung zu sichern.

     

    • Wasserkrise: Der Agrar- und Ernährungssektor beansprucht weltweit rund 70% der verfügbaren Wasserressourcen. Durch die globale Erwärmung, die Verschmutzung von Gewässern, den steigenden Verbrauch in den Schwellenländern und Wasserverluste in undichten Wasserleitungen werden die verfügbaren Wasserressourcen knapper werden.

     

     

    Wissen Sie, wie viel Wasser Sie täglich verbrauchen? Es sind im Durchschnitt 137 Liter für häusliche Zwecke, 167 Liter für Alltagsgegenstände und 3.496 Liter für die tägliche Ernährung.

     

    Quelle: From Kyoto to Milan, Barilla Center for Food & Nutrition, November 2013 

     

     

    Weiterführende Informationen (nur in italienischer Sprache verfügbar):

     

      Umweltfolgen der Lebensmittelverschwendung

     

     

     

    Ökonomische Folgen

     

    • Vermeidbare Kosten: Wenn wir für Lebensmittel bezahlen, die dann nicht verwendet, sondern verschwendet werden, haben wir dieses Geld, das wir andernfalls für andere Zwecke verwenden könnten, umsonst ausgegeben.

     

    • Mehrkosten für die Abfallentsorgung: Die Entsorgung von Lebensmittelabfällen ist mit Kosten verbunden. Dabei wäre ein guter Teil der Lebensmittelabfälle und folglich auch die damit verbundenen Kosten vermeidbar.

     

    • Unnötiger Energieverbrauch: Lebensmittel zu entsorgen bedeutet, dass die für die Produktion benötigte Energie umsonst verbraucht wurde. Darüber hinaus wird auch für die Entsorgung der Lebensmittelabfälle Energie verbraucht. 

     

    Die Universität von Stockholm hat den Energieverbrauch für einen Cheeseburger aus einem Fast-Food-Restaurant berechnet: er beträgt zwischen 7.500 und 20.000 kcal/kg.

     

     

     

    Ethische und soziale Folgen

     

    • Welthunger: Laut Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO hungern weltweit 870 Millionen Menschen. Das heißt, dass jeder achte Mensch nicht die minimal erforderliche Nahrungsmenge zur Verfügung hat. Durch eine starke Verringerung der Lebensmittelverschwendung und eine gerechtere Verteilungspolitik könnte der Welthunger deutlich reduziert werden.

     

     

    Jedes Jahr werden weltweit rund 1,3 Milliarden Tonnen Lebensmittel verschwendet oder gehen verloren. Diese Menge enspricht dem Vierfachen, das notwendig wäre, um die 870 Millionen Hungernden zu ernähren.

     

    Quelle: From Kyoto to Milan, Barilla Center for Food & Nutrition, november 2013

     

    • Fehlernährung der ärmeren Bevölkerungsschichten: Nicht zuletzt aufgrund von Lebensmittelverschwendung bleiben die Preise für bestimmte Lebensmittel auf einem hohen Niveau und sind für ärmere Bevölkerungsschichten kaum erschwinglich. Unter anderem deswegen sind diese Schichten stärker von Fehlernährung bedroht als die reicheren Teile der Bevölkerung.
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